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BegriffBearbeiten

Eine mehrwertige Logik besteht aus mindestens drei Wahrheitswerten (wahr/falsch/kontingent). Sie schließt das von der zweiwertigen Logik ausgeschlossene Dritte mit ein. Da kontingente Wahrheitswerte weder notwendig noch unmöglich sind, integriert eine mehrwertige Logik die Möglichkeit Ungewissheiten der unberechenbaren Komplexität der möglichen Ereignisse wahrnehmen zu können.

Beispiel DialektikBearbeiten

Zum Beispiel verwehrte sich eine klassisch zweiwertige Subjekt und Objekt Dialektik einer Unterscheidung von subjektiven Subjekt und objektiven Subjekt. Sie hatte ihre Schwierigkeiten mit der Differenz von zwei oder mehreren selbstreferenziellen Systemen: dem Verhältnis von denkenden Ich-Subjekt und anderen gedachten Du-Subjekten. Durch einen Interaktionszusammenhang ensteht eine doppelt kontingente Situation zwischen Subjekten. Subjekt meint in der Systemtheorie das Bewusstsein oder besser das psychische System einer Person. Subjekte sind für sich jeweils Ich-Subjekte, welche nur in sich denken bzw. kalkulieren können. Für Ich-Subjekte sind sie Du-Subjekte, welche unberechenbar waren, sind und bleiben. Diese Situation konstituiert in diesem Beispiel den dritten kontingenten Wahrheitswert. In sozialen Systemen sind sogesehen sichere und richtige Annahmen oder gar Aussagen, in Hinsicht auf das was passieren wird, unwahrscheinlich.[1]

Beispiel WirtschaftBearbeiten

Im wirtschaftlichen Kontext der dauerhaft kontingenten Konkurrenz der Marktteilnehmer untereinander sind sichere Annahmen oder Aussagen über richtige und falsche Strategien der eigenen Produktion und Vermarktung höchst unwahrscheinlich. Die mehrwertige Logik löst diese handlungshemmende Ungewissheit mit Hinzunahme eines kontingenten Wahrheitswertes; dem Risiko. Die Trennlinie zwischen akzeptabler und nicht-akzeptabler Riskanz ist aufgrund der selbstreferenziellen Unterscheidung und Bezeichnung, der am Markt partizipierenden Personen oder Organisationen, im hohen Maße subjektiv. Das Verhalten am Markt ist daraufhin mit unbekannten Risiken verbunden. "Nicht Sicherheit, sondern Unsicherheit läßt sich auf Dauer stellen."[2]

QuelleBearbeiten

  1. Gotthard Günther, Vortrag: Kybernetik und Dialektik - Der Materialismus von Marx und Lenin 1964
  2. Luhmann, Niklas: Die Wirtschaft der Gesellschaft. 1.Aufl., Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1988, ISBN 3-518-28752-4, S.120ff

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